Wie alles begann...

 Die Planung für das neue Chiemseeufer ist nun seit ca. 3 Jahren in Arbeit  und  mittlererweile  abgeschlossen.

 

In mehreren Sitzungen wurde der Bebauungsplan erörtert, an verschiedene Wünsche angepasst und letztendlich genehmigt.

 

Die Auslegungsfristen wurden eingehalten, formaljuristisch liegen derzeit diesbezüglich keine bekannten Fehler vor.

 

Wir sprechen hier von einem Projekt mit essentiellen Folgen für die aktuelle und noch gravierenderen Auswirkungen für die nächste Generation in Übersee. Selbst das Unterführungsbauwerk in der Ortsmitte ist im Vergleich zu diesem Projekt als unbedeutend zu betrachten.

 

Umso unverständlicher ist die Tatsache, dass während der gesamten Projektlaufzeit keine einzige dezidierte Informationsveranstaltung mit dem Aufzeigen der wahren Dimensionen des Seeuferbebauungsprojektes stattgefunden hat.

 

Die Initiative hätte von den projektbeteiligten Stellen (Gemeinderat, Bürgermeister, Tourismus Verein) ausgehen können UND MÜSSEN !

 

Leider ist dies nicht erfolgt. Dass das Interesse extrem gross ist, war bei der ersten Infoveranstaltung am 08.05.2013 schon ersichtlich. Die hohe Anzahl der abgegebenen Unterschriften für das erste Überseer Bürgerbegehren bestätigt nur den extremen Informationsbedarf der Bürger.

Den Bürgern den Stuhl vor die Tür gestellt...

Unterschriftenübergabe vor der Gemeinde Übersee (Bildquelle: Barbara vom Dorp)
Unterschriftenübergabe vor der Gemeinde Übersee (Bildquelle: Barbara vom Dorp)

Am 15. Mai 2013 wurden 881 Unterschriften für ein Bürgerbegehren für die außer Kraft Setzung der Bebauungsplanänderung "Chiemseeufer" dem Gemeinderat übergeben. 

 

Am Ende wurden 928 gültige Unterschriften gezählt, die in enorm kurzer Zeit gesammelt wurden. 

 

Trotz diesem überwältigenden Aufschrei der Bürger nach Mitsprache wurde der Bürgerentscheid am 13.06.2013 aus bis heute nicht nachvollziehbaren Gründen vom Gemeinderat mit 15 : 1 Stimmen abgelehnt.

Die Front im Gemeinderat bröckelt...

Nachdem zunächst noch vom Bürgermeister bei jeder Gelegenheit die Geschlossenheit und das einstimmige Vorgehen im Gemeinderat betont wurden, hat sich als erster zunächst Anton Stefanutti von den Grünen mit seinen Leserbriefen in der Überseer Gemeindezeitung (GZ) am 23.05. und 13.06.2013 öffentlich zu einem Umdenken in Sachen Chiemseeuferbebauung bekannt.

 

Mit Wolfgang Hofmann von der Bayernpartei, der bereits am 13.06 für die Zulassung des Bürgerbegehrens gestimmt hatte, tritt nun ein zweites Gemeindratsmitglied offen für eine Bürgerbefragung und die Revidierung des aktuellen Bebauungsplans ein, weil "bei den Baurechten/ Baukörpern über das Ziel hinausgeschossen worden ist" (vgl. GZ vom 27.06.2013, Seite 4). Des weiteren empfiehlt er dem Bürgermeister Marc Nitschke, dass dieser "mehr versuchen sollte, Stimmungen/ Meinungen zu bündeln und im Sinne der Demokratie und des Ortsfriedens auszugleichen".

 

Man kann sich nur wünschen, dass der Bürgermeister endlich die Zeichen der Zeit erkennt und entsprechend handelt.